Wichtiges zu Sizilien

Sizilien entdecken und seine Geheimnisse lieben lernen

Sizilien aus Insider-Sicht

Sicilia: Der Name dieser kleinen, dreieckigen Insel ruft eine besondere Faszination hervor und die Insel scheint so eigenständig, als dass man sie beinahe als eine von Italien unabhängige Regierungseinheit betrachten könnte. Doch wie ist es dazu gekommen? Bedienen wir uns der Worte des großen deutschen Schriftstellers Goethe und sagen, dass es einfach "ein ausgesprochen schönes Land" ist. Doch das Mittelmeer ist voll von Orten, die über eine natürliche Schönheit verfügen. Was also macht Sizilien so außergewöhnlich?

Ein Grund ist der Reichtum und die Komplexität seiner antiken und modernen Geschichte. Die Insel war einer der ersten wahren kulturellen Schmelztiegel der Welt.

Zu Beginn der europäischen Zivilisation zog die Insel aufgrund ihrer strategischen Lage und ihrer bemerkenswert reichen Natur die neidischen Blicke der Kolonisten auf sich. In den letzten drei Jahrtausenden nutzten Phönizier, Griechen, Römer, Araber, Normannen, Franzosen, Spanier, Österreicher und nun auch Italiener dieses Land als einen besonderen Handels- und oft auch politischen Vorposten für ihre Imperien. Jede dieser Kulturen hinterließ ihre eigenen Fußspuren auf dem fruchtbaren Boden der Insel, die heute in Form von Tempeln, Kathedralen und Burgen, Ortsnamen, Genetik, Gastronomie, Mythologie und Bräuchen zu finden sind.

Diese Tatsache sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man auf Widersprüche und Eigenheiten der Sizilianer trifft. Deren einzigartigen Gewohnheiten, deren außergewöhnliche Großzügigkeit und Klarheit und ihr manchmal schwer zu verstehender Charakter sind Folgen dieses vielschichtigen Erbes und der steten Präsenz von Traditionen und Überzeugungen auf der Insel, die sich oft tiefgreifend voneinander unterscheiden.

Um tatsächlich zu verstehen, was in den Köpfen der Sizilianer vorgeht, muss man lernen, die Spuren ihres alten kulturellen Erbes in ihren Augen und auf ihren Gesichtern zu lesen.

Klima - Wetter auf Sizilien

Die Lage der Insel im Herzen des Mittelmeeres und ihre besondere Formation verleihen Sizilien ein unglaubliche Natürlichkeit und eine meteorologische Besonderheit.

Das milde mediterrane Klima beschenkt Sizilien pro Jahr mit rund 300 Sonnentagen. Badeliebhaber haben so die Möglichkeit, von April bis zum späten Oktober auf ihre Kosten zu kommen. Zudem gibt es jede Menge Platz, denn Sizilien verfügt über mehr Badestrände als jede andere italienische Region (922,9 km).

Die Wetterübersicht von wetter.de (https://www.wetter.de/klima/europa/italien/sizilien-r18.html) gibt Aufschluss über die Wetterdaten Siziliens über das Jahr gesehen. Die Temperaturen sinken fast nie unter den Gefrierpunkt und der Frühling beginnt bereits Ende Februar.

Diese Zahlen sind natürlich Durchschnittswerte. Da Sizilien jedoch eine relativ große und topographisch abwechslungsreiche Region ist, weisen die verschiedenen Gebiete sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen auf.

Die Nordküste von Trapani im Westen bis zu Messina im Osten ist auffallend grün, und die Temperaturen sind im Allgemeinen milder als im Rest der Insel. Die Südküste verfügt über ein abwechslungsreicheres Klima. Die südliche Hälfte ist eher flach mit wesentlich weniger Bergen und weniger Frischwasser. Das erklärt, warum die Landschaften um Ragusa, Syrakus und Agrigent von eher sandigen Farben beherrscht werden. Und das Klima im Landesinneren ist wieder ganz anders. Dort gibt höher gelegene Gebiete, in denen die Winter sehr kalt sind und der Schnee bis zu drei Monate liegen bleibt.

Haben Sie sich jemals vorgestellt, in Sizilien die Skier anzuschnallen?

Siziliens Natur

Wer Bootsausflüge liebt und sich danach sehnt, sogar weniger erkundete Inseln zu entdecken, dem hat Sizilien eine Vielzahl von Schätzen zu bieten: die berühmten Äolischen Inseln (Messina), die Ägaden und Stagnone (Trapani), die Pelagischen Inseln (Agrigent); eingeschlossen Lampedusa, die Zyklopeninseln (Catania), Ustica (Palermo) und Pantelleria, das nur 70 Kilometer vor der Küste Tunesiens liegt.

Wer frische Bergluft schnuppern möchte, dem bietet Sizilien sogar die Möglichkeit für einen Wintersportaufenthalt. Die Insel besitzt drei Bergzüge: die Madonie (wo sich unsere lieblichen Dörfer Pollina, Gratteri und Cefalù befinden), die Nebroden (dort begann in einigen Dörfern die 1-Euro-Haus-Strategie) und die Monti Peloritani, ebenso wie der höchste Vulkan Europas, der Ätna, der sich 3350 m über der Stadt Catania erhebt. Auf diesen Gipfeln ist das Klima im Wesentlichen alpin, und die Skilifte sind von Dezember bis März in Betrieb.

Liebhaber interessanter Bäume sollten sich den Garibaldi-Garten auf der Piazza Marina in Palermo nicht entgehen lassen, in dem der größte Baum Europas steht - ein wunderschönes Exemplar des Ficus Macrophylla (Großblättrige Feige) breitet auf einer beeindruckenden Fläche von 10.000 m³ sein Blattwerk aus. Und in Sant'Alfio, in der Nähe des Ätna, beeindruckt der gigantische Kastanienbaum der hundert Pferde, der mit 2000 oder mehr Jahren vermutlich der älteste Baum des Kontinents ist.

Geschichte und Kunst auf Sizilien

Sizilien ist ein open-air Geschichtsbuch, dessen Seiten jedes Zeitalter und jede Stilrichtung behandeln. Aufgrund seines außergewöhnlichen universellen Wert wurden sieben seiner Stätten als UNESCO Welterbe ausgezeichnet; fünf davon als Weltkulturerbe und zwei als Weltnaturerbe (Ätna und Äolische Inseln).

Um Ihre Indiana Jones-Träume zu leben, schnallen Sie den Rucksack an, setzen Sie Ihren Filzhut auf und buchen Sie eine Führung durch die Felsennekropole Pantalica, eine Autostunde von Syrakus entfernt. Zur Belohnung gönnen Sie sich einen erfrischenden Sprung ins herrliche Wasser des nahe gelegenen Anapo-Flusstals.

Wer sich für altertümliche Kunst interessiert, der weiß vermutlich schon, dass Sizilien einige der am besten erhaltenen Überreste der griechischen Ära beherbergt, die je in der ehemaligen griechischen Welt gefunden wurden; das Tal der Tempel in Agrigent rühmt sich des majestätischen Concordia-Tempels; Siracusa und Taormina bieten jeweils prächtige griechische Amphitheater, die bis heute für wichtige Theater- und Musikveranstaltungen genutzt werden; und weitere wichtige griechische Stätten in Segesta, Himera und Selinunte warten darauf, erkundet zu werden. Die Insel hat darüberhinaus ein bemerkenswertes römisches Vermächtnis, und zwar in den aufregend klaren Mosaiken in der Villa Romana del Casale auf der Piazza Armerina, einem Exemplar der römischen Kunst, das weltweit seinesgleichen sucht.

Auf den Spuren der normannischen Herrscher Siziliens entlang des arabisch-normannischen Weges von Palermo nach Monreale und Cefalù werden Mittelalterforscher in den Bann gezogen. Wer sich eher für 17. Jahrhundert interessiert, der wird gerne die Gelegenheit nutzen, um die herrlichen Barockstädte des Val di Noto zu besuchen.

Die Insel ist nach wie vor ein pulsierendes künstlerisches Zentrum. Den Fans zeitgenössischer Kunst sind, empfehlen wir einen Besuch des "Farm Cultural Park" in Favara und der Fiumara d'Arte in Tusa.

Sizilien ist sich seiner reichen Vergangenheit stets bewusst und entwickelt immer wieder Initiativen zur Förderung seiner Kunstschätze. Besonders hervorzuheben ist die Veranstaltung „Le Vie dei Tesori“ (Die Leben der Schätze), die jedes Jahr im Oktober stattfindet. Während dieser Feier unserer gemeinsamen Geschichte können eine Vielzahl von Adelspalästen, Jugendstilvillen, archäologischen Stätten und schönen Museen zu günstigen Preisen besichtigt werden, die zum Teil nur ein einziges Mal im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Wenn Sie sich entscheiden, Palermo in dieser Zeit zu besuchen, empfehlen wir Ihnen vor allem eine Führung hinter die Kulissen des Teatro Massimo (drittgrößtes Theater Europas), einen Besuch des Internationalen Marionettenmuseums der Stadt und eine Besichtigung der wertvollen Majolikakeramik-Sammlung, die im Hausmuseum Stanze al Genio aufbewahrt wird.

Sizilianische Küche und street food

Mamma Mia, wo soll man beginnen? Dank der Vielfalt der Kulturen, die sich in den letzten Jahrtausenden hier angesiedelt haben, verfügt Sizilien über eine reichhaltige und vielfältige Küche, um die uns die ganze Welt beneidet. Sogar Italiener anderer Regionen geben zu, dass man, wenn man gut essen will, hierher kommen muss und uns besuchen. Auf unseren Speisekarten können Sie die Geschichte der Insel nachverfolgen, vom Erbe der Magna Grecia mit Meeresfrüchten und Käse über die süßen Leckereien, die die Araber mitbrachten, bis hin zu den jüdischen Wurzeln der fleischigen Straßenküche Palermos.

Die sizilianische Küche, in ihrer einfachsten Form, ist begründet in der berühmten mediterranen Diät. Die Grundzutaten sind hauptsächlich Gemüse (Weizen, Getreide, Bohnen, Gemüse, Obst) und Meeresfrüchte (Blaufisch, Thunfisch, Mollusken und vieles mehr). Rotes Fleisch ist etwas weniger verbreitet, obwohl es in Form von Innereien vorkommt. Das Salz ist meist maritim und wird in Maßen verwendet. Die Aromastoffe stammen hauptsächlich aus aromatischen Kräutern wie Basilikum, Petersilie, Minze, Lorbeer, Rosmarin, Salbei und wildem Fenchel oder aus dem reichhaltigen Anbau von Zitrusfrüchten auf der Insel. Die Basis für Füllungen und Komfortnahrungsmittel besteht in der Regel aus einer Kombination von Pinienkernen, Rosinen, gerösteten Brotkrumen, Orangenschale und Zitronensaft. Pistazien werden auch oft für die Zubereitung von ersten Gängen und Desserts (die in der Gegend von Bronte angebaute Pflanze ist weltweit bekannt und wird in ganz Europa exportiert) und Mandeln verwendet, die auf der ganzen Insel weit verbreitet sind.

Echte sizilianische Köche und Köchinnen werden sowohl zum Kochen als auch zum Würzen nur extra natives Olivenöl von höchster Qualität verwenden. Butter wird nur selten verwendet. Der gelegentliche Ersatz für Öl ist Sugna, ein tierisches Fett, das Schmalz ähnelt (oft für Straßenessen verwendet).

Es ist wichtig zu betonen, dass ein sizilianischer Esstisch mit frischen, biologischen Lebensmitteln beladen wird und dass saisonale und lokale Produkte immer bevorzugt werden.

Die unumstrittene Hauptstadt von street food ist Palermo. Wenn Sie einen schnellen, preiswerten und meist auf die Hand servierten Snack möchten, sind die Stände und Kioske der Straßen und Märkte der Stadt reichlich gedeckt: Sie finden Sandwiches mit Panelle (Kichererbsenpuffer) oder Milz (die berühmte "pane ca meusa"), paniertes Gemüse, Stigghiole (um Lauch gewickelte und gegrillte Innereien), Arancine und vieles mehr. Ehrlich gesagt klingt nicht alles verlockend, aber sie schmecken köstlich! Wenn Sie während Ihres Aufenthalts in Palermo ein Arancino oder Chrochette in einer etwas ruhigeren Umgebung probieren möchten, empfehlen wir Ihnen die Antica Focacceria San Francesco. Für das sinnliche Erleben begeben Sie sich am besten direkt nach Vucciria oder Ballarò, den beiden berühmtesten und historischsten Märkten der sizilianischen Hauptstadt. Sollten Sie sich übrigens fragen, ob ein Besuch in Palermo vielleicht unsicher ist, hier unser ausführlicher Artikel über Mafia und Kriminalität in Sizilien.

Naschkatze? Die Desserts und Süßigkeiten der Insel verdienen ein eigenes Kapitel. Oft auf der Grundlage von Saison- oder Trockenfrüchten und fast immer an religiöse Traditionen gebunden, sind sizilianische Süßigkeiten sehr zuckerhaltig und sehr genussvoll. Ricotta wird oft verwendet, zum Beispiel in Cassata und Cannoli, dabei oft mit Schokolade und kandierten Früchten vermischt. Ein weiteres großartiges lokales Produkt ist Manna, ein zuckerhaltiges Harz, das aus der Rinde der Eschen geschabt wird und hauptsächlich in den Madonien hergestellt und in die ganze Welt exportiert wird. Wenn Sie den perfekten Rahmen für eine Verkostung suchen, besuchen Sie die Konditorei Pasticceria Fiasconaro in Castelbuono, einer Stadt in den Hügeln der Madonien außerhalb von Cefalù, und probieren Sie einen ihrer berühmten Panettone mit Manna-Creme. Nicht zuletzt wird in der Stadt Modica Schokolade noch immer nach dem ursprünglichen aztekischen Rezept zubereitet, das im 16. Jahrhundert mit den Spaniern die Insel erreichte.

Und natürlich dürfen wir Gelato (Eiscreme) und Granita (zerstoßenes Eis und Fruchtgetränk) nicht unerwähnt lassen. Sie waren schon immer wichtige Elemente des täglichen Lebens in Sizilien und können (wenn man nicht aufpasst) sogar eine ganze Mahlzeit ersetzen. Eine Art Eiscreme (Sorbet genannt) wurde hier von den Arabern hergestellt, die den Schnee des Ätna mit braunem Zucker und Fruchtsäften mischten. Und das hausgemachte Eis, wie wir es kennen, war die Schöpfung des Sizilianers Francesco Procopio dei Coltelli im Jahre 1600, der eine Sorbetmaschine erfand, die den modernen Eismaschinen ähnelte. Da er sich nicht damit begnügte, die Welt der Lebensmittel nur an einem Ort zu verändern, zog Procopio nach Paris und eröffnete das erste Café in der Geschichte der Stadt (das Café Procope). Was für ein Vermächtnis!

 

 

 

 



Solemar Sicilia italienisch Sprachkurse in Sizilien
Italienisch lernen auf Sizilien seit 30 Jahren